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Schach-AG veranstaltet Schulmeisterschaft in der Pausenhalle

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Seit nunmehr zweieinhalb Jahren hat sich am MPG eine Schach-AG gebildet. Für gewöhnlich fallen wir im Schulalltag nicht übermäßig auf, da wir uns in diesem Schuljahr immer mittwochs in der 8. Stunde in Raum 301 (sprich, ganz oben rechts hinten in der Ecke am späten Nachmittag) getroffen haben. So kam uns die Idee, mal ein wenig präsenter zu sein und unsere Schulmeisterschaft als offenes Turnier vormittags in der Pausenhalle auszutragen.

Also hängten wir vor einigen Wochen überall in der Schule Flyer auf, die über unser Turnier informierten. Es wurde schnell klar, dass wir an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen würden: Mehr als 50 Teilnehmer sollten es nicht werden, daher wurden in den letzten zwei Schulwochen keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen. Die nächste Schwierigkeit war dann natürlich, dass wir in der Pausenhalle über keinerlei passendes Möbiliar verfügten. Also trafen wir uns morgens um halb acht und trugen Tische und Stühle von 301 nach unten. Bereits um kurz nach 8 Uhr waren wir also alle relativ verschwitzt (aber auch schon fertig mit dem Aufbau.)

Pünktlich um 8:30 Uhr starteten wir in unser Turnier mit dem Format "7 Runden Schweizer System 13+2". Das bedeutet folgendes: Man spielt 7 Partien. Pro Partie hat man 13 Minuten Zeit zum Nachdenken. Jedes Mal, wenn man einen Zug ausführt, erhält man 2 zusätzliche Sekunden Bedenkzeit. Das Schweizer System läuft wie folgt ab: Wer gewinnt, erhält einen Punkt. Und alle, die gleich viele Punkte haben, werden nach Möglichkeit gegeneinander gelost. Gegenüber einem KO-System-Turnier hat dieses Verfahren den Vorteil, dass man auch dann noch auf den vorderen Rängen landen kann, wenn man zwischendrin mal eine Partie verliert (vorausgesetzt natürlich, man legt danach eine Siegesserie hin.)

Das Turniersystem führte dazu, dass wir nach drei Runden ein recht spannendes Feld von nur noch vier Leuten mit voller Punktzahl hatten: Mustafa, Pierre, Refia und Tony. Diese vier spielten in der vierten Runde gegeneinander, wobei sich Mustafa gegen Pierre und Refia gegen Tony durchsetzte. In der fünften Runde folgte dann das spannende Duell Mustafa gegen Refia, das von Mustafa mit einem spannenden Mattangriff gegen Refias aufgerissene Königsstellung entschieden werden konnte. Mustafa hatte also eine Pole Position vor den letzten beiden Runden, die er sich nicht mehr nehmen ließ: Er gewann in der sechsten Runde gegen Hamza. Somit hatte er vor der letzten siebten Runde souverän einen Punkt Vorsprung auf Pierre und Refia, weswegen ihm ein abschließendes Remis gegen Marius zum Schulmeistertitel genügte.

Auch viele nicht teilnehmende Schülerinnen und Schüler empfanden unser Turnier als spannend. In den Pausen hatten wir ein großes Publikum, und nicht wenige blieben selbst in Freistunden die ganze Zeit lang stehen und verfolgten einzelne Partien ihrer Freunde.

Nach Turnierende ehrte die Schulleitung die Sieger und Siegerinnen der einzelnen Altersklassen: Mustafa Bilgic (EF) als Schulmeister erhielt ebenfalls den Pokal für den besten Oberstufenschüler, vor Pierre Enders (Q2), einem der letzten Schüler, der genauso lange wie ich an dieser Schule ist. Auf Platz 3 in dieser Kategorie landete Tim Vygen (EF.)

In der Mittelstufe gewann Osman Basaran (8b), der sich in den letzten beiden Runden zurück in die Turnierspitze kämpfte, gefolgt von Tony Tran und Joshua Sakowski (beide aus der 10c, die die Schach-AG damals gründete). Marius Heim und Hendrik Brünenberg aus der gleichen Klasse hatten ebenfalls 5 Punkte, allerdings leicht schlechtere Feinwertungen (was irgendwie fair, aber irgendwie auch ein wenig Pech ist).

Besonders erfreulich ist das Abschneiden der Unterstufe: Refia Bayir (7b) wurde im Gesamtturnier Zweite und ist somit gleichzeitig Unterstufensiegerin. Auf Platz 2 in dieser Kategorie landete Hamza Altintop (5c), der ein sehr starkes Turnier spielte und nur gegen Mustafa verlor. Dritter in dieser Kategorie wurde Kenan Pehlivan (5b), der (genauso wie Hamza) stolze 5 Punkte erhielt. Alle drei werden noch viele Jahre Schüler (bzw. Schülerin) unserer Schule sein und machen wirklich Hoffnung auf noch stärkere Leistungen in der Zukunft.

Ich muss sagen, es hat wirklich Spaß gemacht, vor allem, weil sich alle gut benommen haben, auch in den Pausen, wenn die eigene Partie fertig war und man auf die anderen wartete. Vielen Dank für den schnellen Auf- und Abbau, insbesondere auch an Tim Jazbec (10c), der mich den ganzen Tag über bei der Turnierleitung assistierte. Ich freue mich schon darauf, dieses Turnier im nächsten Schuljahr in der letzten Schulwoche zu wiederholen.

Markus Hendler